SPD im Dialog
Seit einigen Jahren führt die SPD Bramsche in unregelmäßigen Abständen die Veranstaltungreihe "SPD Bramsche im Dialog" durch. Ziel der Veranstaltungen ist es, zusammen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, mit Vertretern von Vereinen, Verbänden, Institutionen und Organisationen kommunalpolitisch relevante Themen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Seit 135 Jahren ist das Krankenhaus Bramsche ein wichtiger Bestandteil der sozialen und medizinischen Infrastruktur in Bramsche. Seit einigen Jahren werden allerdings immer wieder auch öffentlich Probleme und Schwierigkeiten des Johanniter-Krankenhauses erörtert. Wie sieht die Zukunft des Bramscher Krankenhauses aus? Wie sehen die Rahmenbedingungen der Krankenhausversorgung im ländlichen Raum in Niedersachsen aus? Diese und andere Fragen wollen wir gemeinsam in dieser Veranstaltung von "SPD im Dialog§ diskutieren.

Neues Denken und neue Strukturen fordert Prof. Dr. Manfred Rolfes, um den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht zu werden. Dass die gravierenden Veränderungen in der Alterspyramide, die mit diesem Schlagwort beschrieben werden, vor allem die Kommunen treffen, wurde bei der gut besuchten "SPD im Dialog"-Veranstaltung am Mittwochabend im "Fasanenkrug" deutlich.
Der Wissenschaftler der Uni Potsdam, der im Auftrag der Stadt Bramsche die Studie "Bramsche 2020" erstellt hat, brachte das Stichwort "Governance" in die Diskussion. Gemeint ist das engere Zusammenwirken der örtlichen Politik mit der lokalen Wirtschaft und den engagierten Bürgern aus allen Schichten. Die Studie habe gezeigt, dass es auch in Bramsche in hohes Maß an Bereitschaft gebe, sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit einzubringen, so Rolfes.
So wird in der Studie unter "Handlungsempfehlungen aus Sicht der Bürger" der Punkt "Förderung von Vernetzung und Kooperation im Sinne einer kommunalen Governance" als erster Punkt festgehalten. Zwänge seien nicht immer nur finanzieller Art, sie entstünden auch im Kopf, forderte Rolfes frisches Denken in der Politik.
Die Praktiker im Publikum hörten die Worte wohl, allein der rechte Glaube wollte sich nicht einstellen. Wie eine Kommune denn wohl den allgemein für notwendig erachteten kostenlosen Kindergartenplatz für alle finanzieren wollte?, fragte Bramsches ehemaliger Bürgermeister Ewald Fisse.
Das rief Rainer Spiering auf den Plan. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion hatte zu Beginn das Ausmaß des gravierenden Wandels beschrieben, den alle zu spät erkannt hätten. Deutschland habe die mit Abstand niedrigste Geburtenrate auch deshalb, weil ein Kind für die junge Mutter ein großes gesellschaftliches Risiko darstelle. Eine Frau mit einem kleinen Kind habe auf dem Arbeitsmarkt "nicht den Schimmer einer Chance". Eine Struktur wie in Frankreich, wo Kinder selbstverständlich ab dem Alter von sechs Monaten in geregelte Betreuung übergeben werden, fehle völlig.
Ein für die Eltern kostenloser Kindergartenplatz schon vom ersten Lebensjahr an müsse deshalb dringend her. Wenn dies für notwendig erachtet werde, müssten sich in Deutschland auch Wege finden, das zu finanzieren. Spiering kritisierte den Landkreis Osnabrück, der aus seiner grundgesetzlichen Pflicht zur Sicherung des Kindergartenangebotes ausgeschert sei und mit den Kommunen gesonderte Verträge abgeschlossen habe, die die Situation erschwerten.
Der fehlende Nachwuchs, der sich für Spiering nur durch massive, aber geordnete Zuwanderung mit Eingliederung kompensieren lässt, ist die eine Seite des demografischen Wandels. Die andere ist der zunehmende Anteil alter Menschen an der Bevölkerung, auf den die Kommunen sich einzustellen hätten. "Ich will doch in 20 Jahren nicht wirklich nur zu Hause rumsitzen, das wäre doch furchtbar", machte Rolfes deutlich, das ältere Menschen aktiver Teil des Gemeinwesens bleiben wollten. Doch wer sich in Bramsche einbringen wolle, "der rennt nicht überall offene Türen ein", merkte aus der Versammlung Werner Hagemann kritisch an.
"In Bramsche alt werden", lautet ein griffiges Stichwort aus der Zukunftswerkstatt "Bramsche 2020". Auch hier böten sich bei allen Risiken auch Chancen, fand Spiering: Mehr Arbeitsplätze im Gesundheitswesen seien ebenso erforderlich wie seniorengerechte Angebote in Handel und Wirtschaft. In seinem Heimatort Bad Rothenfelde gebe es "einen Aufschrei nach Tante-Emma-Läden".
aus: Bramscher Nachrichten vom 24.02.2006
Foto: Heiner Beinke

"Die Zukunft der Stadtsanierung" und die "Entwicklung des Hasesees in Bramsche", das waren die Themen, über auf der dritten Veranstaltung in der Reihe SPD im Dialog diskutiert wurden.
Achim Holstein von der Niedersächsischen Landesentwicklungsgesellschaft erläuterte eindringlich die Bedeutung der Stadtsanierung für Bramsche. Mit der Investion von öffentlichen Mitteln in die Sanierung würde ein Vielfaches von privaten Folgeinvestionen ermöglicht, die auch regionale Arbeitsplätze sichert und sogar schafft. Er appelierte in diesem Zusammenhang an die Landesregierung, sich dabei nicht aus ihrer Verantwortung zu ziehen, denn das Modell habe sich bewährt.
Einen Blick in das Jahr 1922 gewährte Tuchmachermeister Heinrich Storch, der zum Thema Hasesee mit Augenzwinkern einiges zu erzählen wusste.
Konkreter auf die aktuelle lokale Entwicklung ging der Leitende Baudirektor Hartmut Greife ein, der die ersten Ideen für eine Nutzung des Hasesees vorstellte, die in der anschließenden Diskussion bereits ausgiebig hinterfragt wurden.
Bergander und Kirchner freuten sich über das rege Interesse der vielen Gäste in der Kornmühle. "Denn dieses zeige, dass kommunalpolitische Themen nur zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern stattfinden kann", so Bergander abschließend. . Die nächste Veranstaltung zum Zukunftsthema "Thema" findet im Januar 2006 statt.
Foto: Dagmar Eilermann

Dunkle Wolken über "kulturellen Motoren" der Stadt?
Achmer (ag)
"Kultur, Sport, Freizeit - Chancen, neue Wege und Anforderungen". Unter diesem Motto hatte die Bramscher SPD am Dienstagabend zu einem Diskussionsforum ins Heimathaus in Achmer eingeladen. Die Veranstaltung war der zweite Teil der Gesprächsreihe "SPD im Dialog".
Der Ortsvereinsvorsitzende der Bramscher SPD, Wolfgang Kirchner, hatte neben Parteimitgliedern auch Vertreter von Sportvereinen sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen eingeladen. Als Referenten sprachen Jan Rathjen, Geschäftsführer Universum, Karin Bormann, Vorsitzende des Bramscher Vereins für Bildende Kunst, Ewald Fisse vom Stadtsportbund für Leibesübungen sowie Pastor Jürgen Loest.
Bürgermeisterin Liesel Höltermann gab einen Überblick über das Kultur-, Sport- und Freizeitangebot der Stadt. Allem voran nannte sie dabei die Stadtbücherei als älteste Kultureinrichtung. Außerdem berichtete sie von der Volkshochschule, dem Verein Universum, der durch seine besonderen Angebote ein "kultureller Motor der Stadt" sei, vom Runden Tisch Kultur, dem Tuchmacher-Museum und Sportvereinen.
Jan Rathjen schloss sich der Bürgermeisterin an, dass Bramsche kulturell "nicht bei null anfangen" müsse. Er wolle auch nicht Defizite betonen, sondern anmerken, dass er "einige dunkle Wolken am Horizont" sehe. Dazu gehöre der schrumpfende finanzielle Spielraum, der die Frage aufwerfe, "was uns die Kultur künftig noch wert ist". "Drittmittel brechen weg, Sponsoren werden rar, Kosten steigen", sagte Rathjen. Er wünsche sich einen "ernsthaften Diskurs über die Zukunft der Kultur".
"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit", fasste Karin Bormann die Aufgabenfelder des Bramscher Vereins für Bildende Kunst mit einem Wort Karl Valentins zusammen. Neben den zahlreichen positiven Resonanzen, die der Kunstverein spüre, nannte sie als Negativerfahrung die Schwierigkeiten, die das Ehrenamt berge. Bormann bedauerte die Schließung der Kinderkunstschule und regte die Einrichtung eines gemeinsamen "Vereinshauses" an.
Die Worte von Ewald Fisse klangen da schon angriffslustiger. Die "bittere Pille" der Eintrittsbeteiligung für Vereine die das Hallenbad nutzen, sei mittlerweile zwar geschluckt, dennoch befürchte er weitere Erschwernisse für Sportvereine. Seine Sorge, dass eine Sportstättennutzungsgebühr erhoben werden soll, konnte Ralf Bergander von der SPD-Stadtfraktion aber zunächst beruhigen: Eine derartige Gebühr sei bisher nicht vorgesehen.
Fisse forderte Vereine und Stadt auf, bei geplanten Baumaßnahmen an Sporthallen zunächst die Möglichkeit der Eigenbeteiligung zu prüfen, dadurch könne viel Geld gespart werden. 30 Sportvereine in Bramsche bedeuteten, dass "Bramsche noch immer eine sportfreudige Stadt" sei.
Im Mittelpunkt des Referates von Pastor Jürgen Loest stand die Frage nach der Bedeutung von bürgerschaftlichem Engagement im Hinblick auf die Angebotsvielfalt in den Bereichen Kultur, Freizeit und Sport. Zunächst betonte er die Bedeutung der Kirche als Kulturträger, "ohne den sich die gesamte Kulturgeschichte Deutschlands nicht schreiben lasse".
Als Faktoren, die das Ehrenamt beeinflussen, nannte Loest die demografischen Veränderungen der Gesellschaft, aber auch den Wegfall von kollektiver Freizeit und sicher geglaubten sozialen Leistungen. Diese Entwicklungen hätten zu einem neuen Verständnis von Ehrenamt geführt. "Die Menschen wollen gerne Ämter übernehmen, die ihrem derzeitigen Lebensstand entsprechen", betonte Loest. Das Potenzial sei da, nur anders. Es bilden sich zum Beispiel immer mehr Selbsthilfegruppen und Freiwilligendienste, denn meistens wollen die heutigen Ehrenamtlichen von ihrem Dienst auch etwas für sich haben. Ganz wichtig wäre die "Einrichtung einer unabhängigen Trägerplatte und eines Kontaktbüros".
aus: Bramscher Nachrichten vom 07. Juli 2005
Foto: Dagmar Eilermann

Familienpolitik war das Thema der ersten Veranstaltung der vierteiligen Reihe SPD im Dialog. Zu diesem Thema war Elisabeth Goos-Wille vom Servicebüro Lokales Bündnis für Familie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingeladen.
Durch die verspätete Anreise der externen Referentin wurde der Zeitplan verschoben und Ute Severit-Wobker, Vorsitzende des Ausschusses Jugend, Sport und Soziales, berichtete zunächst über die Situation in Bramsche. "Das Interesse, Familien zu unterstützen und zu stärken, sei nicht neu in Bramsche, doch gäbe es noch viel zu tun", führte Severit-Wobker aus. Verschiedene Projekte, wie z.B. der Kinderstadtplan, die Gestaltung von Spielplätzen mit Einbeziehung der Anwohner, sind beschlossen und in näherer Zukunft verwirklicht. Ganztagsschulen und weitere dezentrale Jugendarbeit seien in der konkreten Planung. Auch die Versorgung der Senioren sei ein Thema, was in der näheren Zukunft verwirklicht werden soll. Wichtig für die Zukunft sei eine Vernetzung der verschiedenen Aktivitäten und eine gemeinsame Arbeit von allen in Beteiligten, wie es in einem Lokalen Bündnis vorgesehen ist.
Um dieses Thema drehte sich der Vortrag von Frau Goos-Wille. In mehr als 100 Kommunen haben sich lokale Bündnisse gegründet und sich als Ziel, gesetzt, Familien zu unterstützen. Das Servicebüro gibt hierbei nur eine Beratung und keine finanziellen Hilfen. Durch die Vernetzung in einem solchen Bündnis könne, so Frau Goos-Wille, die Arbeit erleichtert werden und eine größere Öffentlichkeit hergestellt werden.
Eine Vernetzung der verschiedenen Angebote und die Prüfung, ob ein solches Bündnis in Bramsche werden soll, kann eine der ersten Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten sein, die im August mit ihrer Arbeit beginnt.
Foto: Dagmar Eilermann



















