Chancen für  Anke Hennig (SPD) bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 38

Wie die Chancen für  Anke Hennig (SPD) bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 38 stehen, beschreibt Heiner Beinke im Lokalteil der heutigen (21.09.2021) Bramscher Nachrichten.

Anke Hennig sieht für sich das Ziel, den Wahlkreis direkt zu gewinnen und weiß, dass sie dafür  von vielen belächelt wird.

Das erklärt sich aus dem klaren Vorsprung des größten Konkurrenten: André Berghegger hatte den Wahlkreis 2017 für die CDU mit 45,7 Prozent gewonnen. Er hatte damals 94.916 Erststimmen geholt, der SPD-Kandidat Rainer Spiering kam auf 60.156 Stimmen (28,9 Prozent) im Wahlkreis Osnabrück-Land, der damals so zugeschnitten war wie heute, also der Landkreis ohne Osnabrück und umliegende Gemeinden.

Auf Platz drei bei den Erststimmen landeten 2017 die Grünen. Filiz Polat holte 16.388 Erststimmen und schaffte den Einzug ins Parlament ganz glatt über die Landesliste. Mit der Konkurrentin aus Bramsche versteht sich Anke Hennig gut, nicht nur wegen des gemeinsamen Einsatzes für Flüchtlinge in der LAB Hesepe, wo Anke Hennig die Begegnungsstätte aufgebaut hat. ‚Ich wüsste eigentlich kein Thema, wo wir völlig anders denken würden‘, betont sie. Die Achmeranerin hat die Bramscherin auch schon in ihrem Auto zu einem Wahlkampftermin mitgenommen. Sie sieht das Verhältnis geprägt von gegenseitigem Respekt und Anerkennung.

Wenn es nicht gelingen sollte, die mehr als 30.000 Stimmen Vorsprung von CDU-Mann Berghegger aufzuholen, beginnt für Anke Hennig das Zittern und Rechnen. Sie steht auf Platz 18 der SPD-Landesliste. Ob der reicht zum Einzug in den Bundestag, wird wohl erst spät in der Wahlnacht feststehen, wenn die Überhang- und Ausgleichsmandate verteilt worden sind und endgültig ermittelt ist, wie viele Mitglieder dieser wahrscheinlich größte Deutsche Bundestag aller Zeiten haben wird. ‚Da habe ich überhaupt keine Ahnung von‘, gesteht sie, dass ihr der Überblick über die vielen Regelungen und Rechnungen fehlt. Aber noch größere Wahlkreise, die ein Weg zur Verkleinerung des Parlamentes sein könnten, findet sie schwierig: ‚Wie willst Du da noch nah an den Menschen sein?‘. 

Politisches Erbe

Diese Nähe aber ist ihr wichtig. Die 56-jährige Mutter zweier Töchter und eines Pflegesohns sieht sich als ‚Normalmensch aus der Mitte der Gesellschaft‘. Geprägt durch ihre Mutter Helga Lewandowsky, lange Jahre SPD-Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag, tritt sie 1986 in die Partei ein. Bei der Kommunalwahl am 12. September 2021 wird die Ortsbürgermeisterin von Achmer im Ortsrat und im Stadtrat bestätigt und zieht auch für die SPD in den Kreistag ein. 

Am Dienstag, 21. September 2021, arbeitet Anke Hennig noch einmal in ihrer Nebentätigkeit als Honorarkraft des evangelischen Bildungswerks Osnabrück, für das sie Seniorenbegleiter ausbildet. Danach beginnt der Endspurt im Wahlkampf. Ihre Tätigkeit als Kindertagespflegeperson in der Hausaufgabenbetreuung und bei den Nachmittagsangeboten an der Honigmoorschule Epe ruht aktuell. Bis zum Samstag ist sie unterwegs im Wahlkreis, verteilt Äpfel und Flyer auf Bahnhöfen an Pendler oder in Fußgängerzonen an Passanten. ‚Für mich ist das nie Stress, solche Termine machen mir Spaß‘, sagt sie.

 

Am Montag, 27. September 2021, geht es für Anke Hennig im Falle ihrer Wahl ‚gleich mittags nach Berlin‘. Da ist für Dienstagmorgen die erste Sitzung der neuen SPD-Fraktion angesetzt. Auch nach einer Wohnung in der Hauptstadt hat sie schon die Fühler ausgestreckt, aber noch nichts festgemacht. ‚Ich muss ja realistisch auch damit rechnen. das es nicht klappt‘, gesteht sie. Auch für den Fall ist der Weg klar: Zum 1. Oktober kann sie als pädagogische Mitarbeiterin in der Kinderbetreuung beim Verein Universum anfangen. Und auch das mit Freude, wie sie sagt: ‚Die Kinder würden mir sonst schon fehlen‘.“ (zitiert aus BN vom 21.09.2021)